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Bodenaushub

Wann muss ein Bodenaushub Labor-analytisch untersucht werden?
Ab wann gilt ein Bodenaushub als „gefährlicher Abfall“?
Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen!

Wann muss ein Bodenaushub Labor-analytisch untersucht werden?

Liegen keine Anhaltspunkte für eine Verunreinigung vor, muss Erdaushub in der Regel nicht Labor-analytisch untersucht werden.
Sind aber Fremdstoffe wie Bauschutt, Schlacke, Asche, Straßenaufbruch oder Müll vorhanden, muss zur weiteren abfall- und umweltrechtlichen Bewertung eine Untersuchung des Materials durchgeführt werden.
Dies gilt auch, wenn Hinweise auf eine Belastung mit Schadstoffen (zum Beispiel bei Heizöl- oder Dieselschadensfälle) vorliegen oder eine „schädliche Bodenveränderung“ nach der BBodSchV zu erwarten oder bereits vorhanden ist (Siehe Altlasten oder Altlastverdachtsflächen).

Der Umfang der Labor-analytischen Untersuchung richtet sich nach den bekannten oder vermuteten Belastungen.

Bei einem Heizölschadensfall ist eine Bestimmung des Parameters MKW (Mineralölkohlenwasserstoffe) erforderlich, bei einem akuten Benzinschadensfall die Parameter BTXE (Benzol, Toluol, Xylole, Ethylbenzol).

Unspezifischer Verdacht

Bei einem unspezifischen Verdacht erfolgt eine „Paket“-Untersuchung auf die Parameterliste der LAGA M 20 TR Boden (2004).
Betragen die Anteile an Bauschutt oder anderen mineralischen Fremdstoffen im Boden mehr als 10 %, wird das Material abfallrechtlich nicht mehr als Boden, sondern als Bauschutt angesehen.

Bei höheren Fremdanteilen empfiehlt sich direkt eine Analytik auf die Parameter der Deponieverordnung (DepV 2009). Enthält der Bodenaushub Asbest (zum Beispiel Bruchstücke von Wellasbestplatten) auch nur in geringen Mengen, muss eine Einstufung als „asbesthaltiger Abfall“ vorgenommen und das Material dementsprechend beseitigt werden.

Schlackeauffüllung unter einem Tennisplatz

Bruchstücke von asbesthaltigen Dachplatten auf Ackerboden

Wiederverwertung von belastetem Erdaushub und Bauschutt in einem Lärmschutzwall an einem Hafen.

Wann gilt ein Bodenaushub als gefährlicher Abfall?

Die gemessenen Schadstoffkonzentrationen werden sogenannten Zuordnungswerten gegenübergestellt, die die mögliche (bauliche) Verwertung des Materials unter definierten Bestimmungen regeln.

Die Zuordnung nach LAGA 20 erfolgt in die Einbauklassen Z-0, Z-1.1, Z-1.2 und Z-2.
Wird der Zuordnungswert für Z-2 auch nur für einen Parameter überschritten, ist eine bauliche Verwertung nur noch in Ausnahmefällen möglich.

Je nach Art der Schadstoffbelastung kann eine Verbringung in eine Bodenaufbereitungsanlage erfolgen. Sonst bleibt nur noch die Ablagerung auf einer Deponie möglich.
Hierfür gelten die Zuordnungswerte der DepV, welche die Deponieklassen DK 0 (Erdaushubdeponie), DK I, DK II und DK III (Sondermülldeponie) unterscheidet.

In der folgenden Tabelle sind die in Rheinland-Pfalz gültigen Zuordnungswerte aufgeführt, welche sich im Wesentlichen an den Werten der LAGA 20 Tab. II.1.4-5 und Tab. II.1.4-6 (1997) für Bauschutt und der LAGA 20 TR Boden (2004) orientieren. Für einige Parameter der DepV wurden in Rheinland-Pfalz ergänzende Werte eingeführt.

Ab welchen Schadstoffkonzentrationen das Material als „gefährlicher Abfall“ eingestuft wird und somit der Nachweispflicht unterliegt, ist in der AVV bzw. der GefstoffV geregelt. Das Land Rheinland-Pfalz hat für bestimmte Parameter eigene Grenzwerte eingeführt.

 

Nähere Erläuterungen

Spalte 3: Bodenschutz und Abfallwirtschaft Infoblatt 25: Anforderungen an das Verfüllmaterial unterhalb einer durchwurzelbaren Bodenschicht bei bodenähnlichen Anwendungen, Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, Juli 2007.

Spalten 4 bis 6: Bodenschutz und Abfallwirtschaft Infoblatt 26: Anforderungen an die Verwertung von Boden und Bauschutt bei technischen Bauwerken, Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, Juli 2007.

Spalte 7: Werte zur Abgrenzung der Gefährlichkeit bei belastetem Boden und Bauschutt; Schreiben des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz vom 12.10. 2012, AZ.: 107-89 22-09/2009.

Spalten 8 bis 11: Zuordnungswerte für die Deponieklassen DK 0, DK I, DK II und DK III; Anh. 3 DepV vom 27.4.2009. Blau: Ergänzung der Zuordnungswerte der DepV für DK 0, DK I und DK II gemäß „Entscheidungshilfe für die Entsorgung von gefährlichem Boden und Bauschutt auf Deponien der Klasse I und II“, Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, 12.10.2009.

*bei natürlichen Böden: As 120 µg/l, Chlorid 300 mg/l.

Daten ohne Gewähr!

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